20 Dezember 2009

Brian Williams vs. Robbie McLaren





Brian McLaren (DER Kirche und Postmoderne - Guru) freut sich und hofft auf etwas ganz neues. Robbie Williams versteht nicht so recht die Leute, die nicht dran glauben wollen, dass Jesus wirklich wirklich für uns gestorben sind.

Musikalisch beides nicht so ganz mein Geschmack, aber darüber kann man echt streiten. Emotional sind beide interessant: Brian McLaren berührt den Punkt: Hey, da ist eine leise Hoffnung..... "Weihnachtsstimmung?". Robbie Williams ist des Körperkultes recht überdrüssig und stattdessen hin und weg von Jesus, der für ihn gestorben ist und kann gar nicht verstehen, wenn andere das nicht so sehen.

Robbies neuen Ausblick auf das Leben find ich spannender als Brian McLaren.

Was denkt ihr?

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04 Dezember 2009

Adventszeit

Jetzt ist sie schon wieder da, die Adventszeit. Die großen Versprechen es dieses Jahr anders zu machen und nicht dem "Wasauchimmer"-Wahn zu verfallen, sind in den warmen Temperaturen in Glühwein ertränkt worden.

Irgendwie wollen wir es doch immer besser haben, immer noch ein Stück mehr vom Kuchen. Da glauben wir, dass der Kuchen unendlich groß ist... Jeder kann von diesem Kuchen naschen, jeder hat die gleiche Chance - Blödsinn! Es gibt immer Verlierer bei diesem Spiel. So wie in diesem Video...


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11 Juni 2009

Bonhoeffer und die Emerging Church



Ich lern grad für meine Ethik-Diplompüfung Dietrich Bonhoeffers Ethik. Was er darin zur Kirche sagt, ist sehr interessant: Er trennt (1) nicht zwischen sakral und profan, sondern (2) zwischen "natürlich" und "unnatürlich".

Ich probier hier mal zu erklären, wass er mit (1) und (2) meint:

Ad (1): Bei Bonhoeffer ist ganz oben immer Gott: Der teilt sogenannte Mandate aus: Ehe/Familie, Arbeit, Kirche, Obrigkeit. Das bedeutet, dass wir Menschen uns in diesen von Gott eingesetzten Ordnungen bewegen sollen. Es sind jedoch alle von Gott eingesetzt. Alle werden auch begrenzt: Einerseits von Gott, andererseits von den anderen: Die Familie ist dem staatlichen Zugriff vorenthalten, auf der anderen Seite darf der Staat zur Not aber eingreifen (Sonst könnte ja jemand Inzucht oder Kindesmisshandlung treiben). Andererseits begrenzt auch die Familie die Macht des Staates (der darf ihr z.B. keine Familienplanung vorschreiben...).

Ad (2): "Natürlich" ist bei Bonhoeffer das, was auf Jesus Christus ausgerichtet ist, "unnatürlich" ist, was sich vor Christus verschließt. Die menschliche Vernunft kann da jedoch nicht unterscheiden, denn die ist seit dem Sündenfall nicht mehr in Ordnung.

Was heißt das nun konkret für die Kirche: Die Kirche geht nicht im Staat oder in der Gesellschaft auf, sondern sie muss ihr Mandat von Gott wahrnehmen. Das bedeutet erst mal, dass sie einfach Kirche sein kann mit Leuten die das Wort hören, mit solchen, die es verkündigen, mit einem klaren oben und unten. Hier gehts aber weniger um die Autoritätsstruktur an sich, sondern einfach darum, Kirche zu sein. Die Hauptaufgaben dabei sind: verkündigen, dass Gott die Menschen in Jesus annimmt, und Leib Christi sein, der bei Bonhoeffer auf eine bestimmte Art auch die ganze Welt umfasst (da bin ich aber noch nicht ganz durchgestiegen, wie ers meint).

Aber: Es können auch "ethische" Situationen entstehen. Das ist zum Beispiel dann, wenn die Grenzen der Mandate nicht mehr so richtig funktionieren. Hier muss Verantwortung übernommen werden. Die Kirche muss darauf achten, dass sie auf der "natürlichen" - also Christus zugewandten - Seite bleibt und nicht auf die "unnatürliche" rutscht. Bonhoeffer formuliert ganz konkret ein Schuldbekenntnis der Kirche seiner Zeit, das sich an den 10 Geboten orientiert. In jedem einzelnen Gebot hat die Kirche versagt. (Beispielsweise hat sie gegenüber dem Nationalsozialismus ihre Stimme nicht erhoben, wie statt Gott der Mensch angebetet wurde. Auch hat sie zugesehen, wie fundamentale Menschenrechte verletzt wurden, hat sich am Mord mitschuldig gemacht usw...).

In so einer "ethischen" Situation sind nun folgende Dinge notwendig (wenn ich Bonhoeffer richtig verstehe):

1. Buße: Die Kirche kann sich nicht feige herausreden.
2. Stellvertretendes Handeln*: Stellvertretend deswegen, weil auch Jesus Verantwortung übernommen hat, als er am Tod gestorben ist. Handeln bedeutet hier automatisch auch Schuld auf sich nehmen. Die Vernunft kann nicht zwischen "natürlich" und "unnatürlich" unterscheiden. Hier muss einfach mutig im Vertrauen auf Gott gehandelt werden; in dem Bewusstsein, dass man sich vielleicht versündigt, aber auch im Bewusstsein, dass Gott gnädig ist**.

Ich denke, das ist eine interessante Perspektive für die Emerging Church. Ich glaube, dass die nicht vorhandene Trennung zwischen heiligem und unheiligem Bereich hier durchaus eine Gemeinsamkeit bildet. Nicht nur die Kirche ist von Gott eingesetzt und soll sich nach Christus richten, sondern auch die "Obrigkeit" ist ein Mandat Gottes, auch die Familie und die Arbeit.

Meine Meinung: Das könnte zum Beispiel bedeuten, dass wir in allen diesen Bereichen einfach im Bewusstsein leben können, dass das Gottes gute Ordnung ist. Gleichzeitig müssen wir aber als Kirche aufpassen, dass es nicht still wird. Hier kommt ein Gegenüber zwischen Kirche und den anderen Mandaten zum Ausdruck: Wir dürfen nicht schweigend zusehen, wenn die Kultur Mist baut. Wir müssen aber das Gericht Gott überlassen (das meint Bonhoeffer auch). Wir sollen auch unsere Verantwortung wahrnehmen, Jesus Christus zu verkündigen. Allerdings in dem Bewusstsein, dass die Kirche nicht einfach die Insel der Heiligen ist, sondern dass die anderen Mandate auch Gottes Mandate sind***. Ich denk, hier gibts für Emerging Church einerseits eine Bestätigung, andererseits aber auch eine wichtige Denkanregung, wir müssen unsere Verantwortung als Kirche wirklich wahrnehmen nach innen und nach außen.

Mein persönliches Zwischenergebnis:
(1) Fröhlich die coolen göttlichen Mandate leben,
darunter fällt (2) Kirche sein und Jesus verkündigen,
(3) Wenn nötig aber auch wirklich stellvertretend handeln (und global gesehen ist da auf jedenfall einiges nötig!)

Wie ihr merkt, ist hier noch viel zu denken drin, aber jetzt hör ich mal auf, sonst wirds viel zu lang....

* Bonhoeffer sah sich selbst in seiner Rolle in den Hitlerattentaten als schuldig an. Er sah sich als schuldig, in dem Fall an der Obrigkeit.
** Dies bedeutet bei Bonhoeffer jedoch nicht, dass die Mandate Kirche und Staat eins sind. Er meinte dazu, dass dabei die Kirche automatisch ihre Bedeutung verlieren würde (als Beispiel nimmt er damalige US-amerikanische Verhältnisse). Luthers Lehre von den zwei Reichen (Gottes Regiment, weltliches Regiment) deutet er nicht als Trennung, sondern als untrennbares Miteinander.
*** Das heißt aber nicht, dass irgendwie alle in den Himmel kommen, wenn sie nur ihr Mandat richtig erfüllen. Darum gings Bonhoeffer unter Garantie nicht, sondern eher darum, dass Kirche Kirche sein soll und Familie Familie sein soll usw.

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11 Mai 2009

Frühjahrskongress Impuls Teil III/IV





Sakral und Profan: Die Grenzen verschwinden

Für uns war es von Anfang an wichtig Teil der jeweiligen Kultur zu sein mit der wir uns auseinandersetzen, zumal die christliche Botschaft immer nur in einem Kontext bzw. aus einer bestimmten Kultur heraus Bedeutung gewinnt. Kirche läuft oft Gefahr ein Fremdkörper zu sein. Auf der einen Seite gibt es die Welt und dann gibt es noch eine kleine Insel, die wir Kirche nennen. Es liegt eine scharfe Trennung zwischen einem sakralen und einem profanen Bereich vor. Kirche ist dann ein Ort an dem sich Gleichgesinnte treffen um im Vollzug des Gottesdienstes Gott zu erfahren. Die Interaktion mit der Welt findet allein in Form von Mission statt. Die Kirche ist aber weder Ursprung noch Ziel der Mission, sie ist nicht die Spitze des Eisbergs, vielmehr wird sie selbst in die Mission Gottes in dieser Welt hineingenommen. Gott richtet sein Reich jetzt schon auf, und wir dürfen mitmachen.
Uns geht es darum Gott dort zu finden, wo er bereits wirkt, an seinem Handeln teilzunehmen und darauf hinzuweisen. Dies muss nicht unbedingt nur in der Kirche geschehen, sondern kann auch bei einem Jazzkonzert oder in einem Pub passieren. Bei Seelenstoff versuchen wir, die Trennung sakral/profan zu überwinden um in allen Bereichen des Lebens nach den Spuren Gottes zu suchen. Deswegen treffen wir uns nicht nur in unseren Wohnungen, sondern auch in Cafes und Bars. So wird die Möglichkeit geschaffen an neutralen Orten - mitten in der Kultur - Gemeinschaft zu leben und neue Leute einzuladen. Zwischenmenschliche und authentische Beziehung geht unserer Meinung nach der gemeinsamen Gesinnung im Glauben voraus. Belonging before Believing ist zu einem bedeutsamen Schlagwort für uns geworden.
Glauben bedeutet für uns auf einer Reise zu sein. Auf dieser Reise ist Bekehrung nicht nur ein punktuelles Ereignis, sondern eher ein lebenslanger Prozess. Jene Leute, denen wir auf unserer Reise begegnen sehen wir nicht als Bekehrungsobjekte, sondern in erster Linie als Menschen die Gott wunderbar gemacht hat und in deren Leben Gott bereits wirkt. Wir versuchen sie zu integrieren, einzubinden und ihnen Verantwortungen zu übertragen. Wir versuchen sie mit all ihren Ansichten ernst zu nehmen, uns nicht über sie zu stellen. Als Christen wollen wir auf ehrliche Weise für sie da sein und ihnen Raum geben ihre Spiritualität zu entfalten.

Schlusswort: Versteht uns nicht falsch

Diesen kleinen Einblick in Seelenstoff soll keiner als Werbung unsererseits verstehen. So nach dem Motto: Wir haben das richtige Produkt für sie. Darum geht es überhaupt nicht, ganz im Gegenteil. Es geht gerade darum, eine universelle christliche Monokultur zu vermeiden. Sachen die bei uns gut funktionieren, gehen woanders möglicherweise total in die Hose. Es geht auch nicht darum Dinge attraktiver zu machen um Leute zu ziehen. Vielmehr geht es darum etwas für uns echtes zu bringen, etwas mit dem wir unser ganzes Leben identifizieren können. Und es gibt Leute wie Thomas, die sich möglicherweise genau nach dem sehnen.

29 April 2009

Frühjahrskongress Impuls Teil II



2. Das Seelenstoff Projekt: Eine Vision für unsere Generation

Welcher Raum muss geschaffen werden, dass Thomas in eine christliche Gemeinschaft hineinwachsen kann, wo er - so wie er ist - für voll genommen wird und eine Spiritualität entfaltet, die seiner Person entspricht? Wir von Seelenstoff haben uns genau diese Frage gestellt und uns zum Ziel gesetzt Menschen wie Thomas zu erreichen. Wir haben uns vor etwa drei Jahren das Weltbild von Thomas bewusst gemacht und glauben daran, dass auch er Christ werden kann, ohne dabei seine Individualität preiszugeben. Geprägt von der Vision, Menschen unserer Generation und aus unserem Milieu zu erreichen, haben wir mit einem Gebetskreis begonnen und im Laufe der letzten Jahre viele verschiedene Formen von Gemeindeleben ausprobiert.
Mittlerweile steht der Name Seelenstoff für ein Konglomerat aus ganz verschiedenen Zusammenkünften, Angeboten und Events. Neben Hauskreisen mit unterschiedlichen Schwerpunkten gibt es auch einen Literaturkreis, den monatlichen Bierabend, den Filmabend und eine Studiengruppe in der Raum zur theologischen Auseinandersetzung mit dem Thema Kirche und Glaube in der Postmoderne gegeben wird. Dies ist für uns insofern wichtig, als wir den Diskurs um dieses Thema als Ideenpool benutzen und viele Dinge einfach auf unser spezifisches Setting adaptieren. Nicht alles was wir machen hat auf den ersten Blick eine christliche Note, ist aber dennoch ein wichtiger Bestandteil des Ganzen, was wir Seelenstoff nennen. Wir veranstalten beispielsweise auch ganz ‚gewöhnliche’ Jazz und Rockkonzerte. Die Idee dahinter ist, nicht darauf zu warten, dass die Leute einen bestimmten Ort betreten in welchem sie mit uns gemeinsam einen Gottesdienst feiern, sondern zu den Menschen zu gehen und dort anzusetzen mitten unter ihnen und inmitten ihrer Kultur. Gemeinschaften wie unsere werden heute oft mit den Labels Emerging Church oder Fresh Expressions of Chruch in Verbindung gebracht. Solche Gemeinden knüpfen immer an eine bestehende Tradition an. Im Fall von Seelenstoff ist das die evangelische Kirche A.B. (wobei nicht jeder der bei Seelenstoff evangelisch ist oder sein muss). Auf Grundlage des entsprechenden Bekenntnisses wollen wir dem Glauben auf eine für uns natürliche Weise Ausdruck verleihen. Wir suchen nach neuen kreativen Ausdrucksformen unseres Glaubens (Fresh Expressions), die auch verschiedene Sinne ansprechen. Wir experimentieren mit Gottesdienstformen und Formen des Lobpreises. Wir stellen uns theologische Fragen wie: Was bedeutet Jesu Predigt vom Reich Gottes heute in unserem Kontext? Wie gehen wir mit Wahrheit um? Wir stellen uns praktische Fragen: Wie können wir möglichst alle Leute ins Geschehen aktiv einbinden? Bedeutet moderner Lobpreis nur Pop Lieder zu singen die von Jesus handeln? Brauchen wir einen, der das Ganze leitet, oder passiert alles organisch und natürlich? Wie gehen wir damit um, dass unsere Leute alle an ganz unterschiedlichen Punkten in ihrem Leben stehen? Vieles mussten wir wirklich im Trial and Error Verfahren herausfinden. Manchmal sind wir gescheitert, oft aber haben sich simple Versuche auch als sehr ertragreich und gewinnbringend erwiesen.

21 April 2009

Frühjahrskongress Impuls Teil I



Problemstellung: Wer sich mit dem Zeitgeist verheiratet erlebt sich schnell als Witwer

Dieser Ausspruch von Søren Kierkegaard beschreibt einen grundsätzlichen Sachverhalt mit dem die Kirche immer wieder ringt und ringen muss. Die Kirche wird oft als Schiff bezeichnet, das im Idealfall im Meer der Zeit unterwegs ist. Es gibt dazu auch ein Kirchenlied mit dem Titel „Ein Schiff das sich Gemeinde nennt“. So schön dieses Lied und das darin enthaltene Bild auch ist, wir müssen uns die Frage stellen, ob wir nicht doch an der einen oder anderen Stelle den Anker geworfen und den Zeitgeist an uns vorbeiziehen haben lassen. In den vergangenen Jahren hat ein erheblicher Übergang im Denken, ja im Weltbild vor allem der jüngeren Generation stattgefunden, der auch uns als Kirche betrifft - betreffen muss. Viele sprechen hier vom Übergang vom modernen zum postmodernen Menschen. Wie sieht dieser postmoderne Mensch aus? Dazu möchte ich Ihnen Thomas vorstellen. Thomas ist 22 Jahre alt und studiert Theater- Film- und Medienwissenschaft in Wien. Nun - äußerlich unterscheidet sich Thomas kaum von anderen Menschen. Aber - Thomas hat eine ganz andere Geschichte und auch ganz andere Anschauungen wie etwa sein Großvater Josef. Thomas ist nicht wie er in eine christliche Kultur hineingewachsen. Seine Eltern sind nach der Scheidung beide aus der Kirche ausgetreten und fanden es besser Thomas einmal selber die Entscheidung zu überlassen, welchen Glauben er wählen will. Thomas bezeichnet sich selbst als sehr spirituellen Menschen. Er denkt, dass er die Kraft, die er für das tägliche Leben braucht, von einer Art göttlichen Energiequelle bezieht. Er hält es auch für wahrscheinlich, dass er nach dem Tod als Katze wiedergeboren wird. Dafür sorgt dann auch wieder diese Energiequelle. Religiös ist Thomas aber nicht. Diese Bezeichnung lehnt er strikt ab. Wahrscheinlich deswegen, weil er schlechte Erfahrungen mit Religion gemacht hat. Einmal ist er auf der Straße angequatscht worden. Der Typ der ihn angequatscht hat sagte, dass Jesus der einzige Weg sei und dass auch Thomas das brauche, was er selbst schon längst hat. „Wie kannst du wissen was ich brauche, wenn du mich doch gar nicht kennst“, erwiderte Thomas böse. Er hasst es, wenn ihm irgendjemand etwas aufdrücken will, oder so mit ihm spricht als hätte er die Weisheit mit dem Löffel gefressen. Überhaupt glaubt Thomas nicht, dass es eine Religion gibt, die Recht hat und die absolute Wahrheit predigt. Thomas sagt immer: „Wahrheit muss jeder für sich selbst finden. Wahr ist was in mein Leben passt und sich in meine Geschichte einordnen lässt. Es gibt nicht die Wahrheit, sondern viele Wahrheiten.“ Thomas mag Menschen, die ihm echt gegenübertreten. Menschen, die sich für ihn und seine Ansichten interessieren. Mit religiösen Spinnern hingegen hat Thomas ein Problem: „Nach außen hin ist einer frommer als der andere - in Wirklichkeit haben sie aber alle Dreck am Stecken.“ Gerade die Kirche habe in der letzten Zeit so viel Mist gebaut, dass Thomas diesem Verein niemals beitreten würde. Diese „veraltete“ und „machtgeile“ Institution gehört seiner Meinung nach abgeschafft. Jesus selbst findet er aber schwer in Ordnung: „Ein Revolutionär, der für seine Ideale eingetreten ist; - so wie Mahatma Gandhi oder Nelson Mandela.“ Thomas ist ein junger Mann, wie er uns heute oft begegnet.

12 April 2009

harte Schale, weicher Kern

Österreich, Wien, eine sehr angenehme Gegend. Kaum Kriminalität und Gewalt, wenn wir uns mit anderen Städten im deutschsprachigen Raum vergleichen. Auch die Arbeitslosenrate ist nicht gewaltig hoch. Junge Menschen unserer Generation in Österreich fallen kaum auf. Gegenkulturen scheinen auch nicht wirklich der Renner zu sein. Punks trifft man hier seltener als in deutschen Städten und glücklicherweise gilt das auch für rechte Skins (hat jemand in Wien schon mal einen Oi-Punk gesehen?). Leute zwischen 16 und 30 fallen nicht so wahnsinnig auf. Ok, es gibt so was wie Emos oder Krocha, aber sind das Gegenkulturen? Auch Halbstarke gibt und gab es. Ein paar Gangstas laufen auch herum, aber damit hat es sich schon.

Mir kommt es so vor, als seien Leute in diesem Alter, in das ich auch noch reinfalle, nicht wahnsinnig radikal veranlagt. Zumindest nicht tiefgehend radikal. Nach außen hin schmücken sich gerade StudentInnen manchmal ganz gerne mit Radikalität. Veganerinnen, Kommunisten, Goa/Reggae/Indie - Freaks. Aber was ist heutzutage daran radikal, keine Tierprodukte zu essen? Ist halt nur ein bisschen teurer. Politisch ganz links eingestellt zu sein ist heute voll ok. Mama und Papa waren das ja auch eine Weile. Gras rauchen ist eh schon voll normal. Rockmusik hören, wen soll das noch groß stören?

Es scheint, als säßen wir alle auf einem recht bequemen Kissen und einige von uns schmücken sich dann mit einem Hauch von Radikalität. Die harte Schale hat einen weichen Kern.

Wir Christen haben hier ein grundlegendes Problem: Irgendwie ist bei uns der Kern hart und die Schale weich. Nach außen hin sind Christen brave, meist ältere Leute, die Sonntags in die Kirche gehen. Hinter der kuscheligen Außenhaut steckt aber eigentlich ein harter Kern: Jesus, der gekreuzigte. Jesus der Auferstandene. Christus, der König. Gott, der die Menschen liebt. Hier gehts nicht nur um eine Revolution. Revolution ist zu harmlos. Hier gehts um Gott, der Mensch wird, um Menschen zu retten. Aus Krankheit, Sucht, Egoismus und vor Allem Rettung vor dem Tod, Rettung aus der Macht der Sünde.

Naja, und weiche Schalen interessieren heute niemanden, aber harte Kerne findet man bedrohlich. Was wäre aber, wenn es Leute gäbe, wo hinter der harten Schale auch ein harter Kern liegt?

Ein Facebook - Status von einem Bekannten: ... is drinking coffee, watching the mountains and thinks if more people would follow the real, the revolutionary, the hanging around with the scum, the loving the outcasts, the kick ass-truth in love but still straight in ya face, the I AM GOD - Jesus we meet in the Gospels than the lofty little chubby tamed westernised cheesy Boy group - Jesus then the church and the world would look very different...

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