04 Februar 2009

Take this bread


In der postmodernen Auseinandersetzung mit Kirche und Kultur spielen 'storys' eine essenzielle Rolle. Wir alle sind in Geschichten verstrickt und finden uns in Geschichten wieder. Geschichten geben Bedeutung, Geschichten machen auch den Glauben lebendig und plastisch. Von einer sehr interessanten Geschichte weiß Sara Miles zu erzählen. Ohne es zu erwarten wurde sie in die größte Geschichte ever verstrickt.
Sara Miles wuchs als Atheistin in San Francisco auf. Sie arbeitete als Restaurant Köchin und Schriftstellerin und führte ein (was ich meinen würde) recht normales unauffälliges Leben; - bis zu jenem Tag, an dem sie ohne besonderen Grund eine Kirche betrat. "I was certainly not interested in becoming a Christian," schreibt sie später in ihrem Buch. "Or, as I thought of it rather less politely, a religious nut." Die unbekannte Atmosphäre in diesem Raum wirkte wie ein Sog auf sie und sie musste einfach bleiben. Als sie sich schließlich inmitten der Abendmahlsfeier fand, nahm auch sie von Brot und Wein und folgte der Einladung.
Dann geschah etwas: Sie begegnete Gott in diesem Moment und wurde, wie die Amis halt sagen würden 'radically transformed'. Nicht irgendein höheres, undefiniertes Wesen begegnete ihr, sondern jener Gott, der sich in Christus offenbart. Für Sara Miles war das Abendmahl so prägend, dass sie eine ganz spezielle Gemeinde gründete. Mit dem Motto TAKE THIS BREAD versorgt sie Obdachlose und Bedürftige mit Nahrungsmittel vom Altar weg. Sie sieht dies als Erweiterung des Abendmahls.
Was hier sehr mystisch anmutet, spielte sich tatsächlich in Sara Miles' Leben ab. Ganz ohne zuvor gekannter Kreuzestheologie, Zweinaturenlehre, Trinitätslehre und dergleichen. Durch das Abendmahl bekehrt - nicht sehr lutherisch. Wie auch immer man dazu stehen mag - dies ist und bleibt ihre story. Ich finde es interessant und beeindruckend. www.saramiles.net

2 Kommentare:

Blogger Ben hat geschrieben...

Naja, aber zu was hat sie sich denn da bekehrt? Also, ich möchte die Dame ja nicht angreifen, ich weiß nicht, was da passiert ist und ich bin mir sicher, dass Gott auf die erstaunlichsten Weisen Leute zu sich rufen kann. Wenn ich mir die Seiten aber so anschaue, habe ich das Gefühl, dass die Gemeinde, in der sie angestellt ist, ein sehr liberales und soziales Evangelium verkündigt. Da drängt sich dann bei mir die Frage auf, ob dafür dann nicht ein paar zentrale Aspekte fehlen...

Sonntag, 8. Februar 2009 um 11:04:00 MEZ  
Anonymous Anonym hat geschrieben...

Das ist natürlich ein berechtigter Einwand! Was ich allerdings dennoch interessant finde ist die Art und Weise, in der sich für sie ein Zugang zum Glauben eröffnet hat;

sig

Montag, 9. Februar 2009 um 16:49:00 MEZ  

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